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Glatt! Sturz kostet Stadt 1900 Euro

Gebrochenes Kreuzbein, Wirbelsäulenprellung, Leistenbruch – Bettina T. (40, Name geändert)hat es ganz schlimm
erwischt. In ihrer Mittagspause rutschte sie in der Brunnstraße (Innenstadt) auf dem spiegelglatten Gehweg aus und
verletzte sich schwer. Acht Wochen arbeitsunfähig, acht Wochen voller Schmerzen. Der Unfall liegt zwei Jahre zurück.
Und noch immer war nicht geklärt, wer die Verantwortung trägt – bis gestern. Das Landgericht München I entschied:
Die Stadt muss der Stewardess 1900 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Erleichtert verlässt Bettina T. gestern Mittag
den Gerichtssaal im Justizpalast. „Ich bin froh, dass die ganze Sache jetzt geklärt ist. Es war auch eine psychische
Belastung“,sagtdie 40-Jährige.Seit zwei Jahren kämpft sie um Schmerzensgeld und Schadenersatz.Insgesamt 5000 Euro
fordert sie mit ihrem Anwalt Stefan Noll von der Stadt. Lange war allerdings unklar, wer für den sicheren Gehweg in
der Brunnstraße zuständig ist. Noll:„Da meine Mandantin vor einem Wohnanwesen gestürzt war, gingen wir davon aus,
dass der Eigentümer oder zumindest die Hausverwaltung für das Schneeräumen und Streuen verantwortlich ist.“ Doch
weil die Gehwege in der Innenstadt nicht nur von Anwohnern frequentiert werden, muss die Stadt für Sicherheit sorgen.

Und eben dieser Verkehrssicherungspflicht ist die Stadt nach Auffassung des Gerichts nicht nachgekommen. Entscheidend:
Zwar versichert die Stadt, den Gehweg an der Brunnstraße ordnungsgemäß geräumt und gestreut zu haben, doch beweisen lässt
es sich nicht. Für ihren Sturz hat Bettina T. drei Zeugen. Doch deren Anhörung war nicht nötig. Am Ende einigten sich
beide Parteien auf ein Schmerzensgeld von 1900 Euro. Auch wenn es auf dem Gehweg glatt war: Bettina T. trägt eine Mitschuld.
Die Vertreterin der Stadt stellt klar: „Es ist nicht jeder der Reihe nach hingefallen.“

Mit Sturzfällen sehen sich nicht nur Münchner Gerichte regelmäßig konfrontiert. Stefan Noll ist Anwalt für Verkehrsrecht und
empfiehlt: „Machen Sie nach einem solchen Vorfall Fotos.“ Denn Sie müssen letztlich beweisen, dass eine Pflichtverletzung
vorliegt.“

Quelle: https://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/prozess-am-landgericht-glaette-unfall-kostet-stadt-1900-euro-7207574.html

 

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